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Unfassbarer Blödsinn! „Es gibt keine Jugendbandenkriminalität!“


Da staunt Luxemburg! „Es gibt keine Bandenkriminalität in Luxemburg.“ Jedenfalls keine, in die Minderjährige verwickelt sind. Das jedenfalls erklärt der Procureur Adjoint im Bereich Jugendschutz, David Lentz. Da fragt man sich schon, wie es dann sein kann, dass zwischen vier und acht, teilweise bis zu fünfzehn Jugendliche, in Esch und Luxemburg-Stadt Jagd auf Passanten machen, sie bedrohen, zusammenschlagen, verletzen und ausrauben?


Irgendetwas läuft in Luxemburg gewaltig schief, wenn nun auch noch die Staatsanwaltschaft die Augen vor der Jugendkriminalität und Jugendbanden verschließt. Offensichtlich ist die Jurisdiktion inzwischen regierungshörig. Denn Justizministerin Sam Tanson (Déi Gréng), Innenministerin Taina Bofferding (LSAP) und Polizeiminister Henri Kox (Déi Gréng) haben letztes Jahr genau dies behauptet: „Es gibt keine Jugendbandenkriminalität“. Jetzt zieht die Staatsanwaltschaft offiziell nach – was der Gewaltenteilung zwischen Judikative und Exekutive gehörig widerspricht.


Dabei versucht sich die Staatsanwaltschaft aberwitzig aus dieser Zwickmühle zu befreien. „Es gibt Jugendbanden“, sagt David Lentz. „Aber eine Bandenkriminalität gibt es nicht. Vielmehr kann es vorkommen, dass einzelne Jugendliche, die in einer solchen Gruppe sind, kriminell werden.“ Was für eine nette Umschreibung von Jugendbandenkriminalität – und was für ein unfassbarer Blödsinn!


Aber wie gehabt: Was nicht sein darf, kann nicht sein! Passt nicht ins grün-sozialistische Weltbild. Schließlich müssten die drei Minister dann ihr völliges Versagen eingestehen. Wahrscheinlich deshalb gibt es über Jugendkriminalität keine verlässlichen Zahlen, was nicht nur die Chamber, sondern auch die Staatsanwaltschaft bedauert.


Dennoch gibt es einen Anhaltspunkt. Im Durchschnitt werden jährlich 1.500 neue Akten im Kinder- und Jugendbereich der Staatsanwaltschaft angelegt. Wobei Lentz erklärt, dass die Jugendkriminalität 2022 um zehn Prozent zugenommen hat. Bereits letztes Jahr waren die Zahlen mit etwa 15 Prozent zu 2021 rasant in die Höhe geschnellt.

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