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Unfassbar: Immer höheres Anspruchsdenken bei Flüchtlingen


Sie kommen aus einer prekären Situation in ihrem Heimatland, mussten dort um ihr Leben bangen, flohen vor Krieg oder Armut. Hausten in Trümmern, lebten in hygienisch bedenklichen Hütten, waren unterernährt oder krank. Flüchtlinge aus Kriegs- und Krisengebieten brauchen Unterstützung und Hilfe. Deshalb bekommen sie in Luxemburg Essen, Kleidung und ein Bett. Sie werden medizinisch versorgt und sozial betreut. Haben Anspruch auf finanzielle Unterstützung und als anerkannter Asylant auch auf eine Sozialwohnung.


Doch offensichtlich ist das einigen Flüchtlingen oder Asylanten nicht genug. Sie wollen mehr. Mehr als das „Übliche“. Familienminister Max Hahn (DP) musste diese Erfahrung jedenfalls schon machen und bedauerte in einem Interview, dass „zum Teil Leute, die bereits das Statut des internationalen Schutzes bekamen, angebotene Sozialwohnungen, die ihnen gemacht wurden, aus verschiedenen Gründen nicht annahmen.“


Was für ein Anspruchsdenken! Hilfe auszuschlagen, weil ihnen die Unterkunft nicht zusagt. Manch Luxemburger wäre froh, überhaupt ein Angebot für eine Sozialwohnung zu bekommen. Manch Luxemburger Obdachloser wäre froh, ein Dach über dem Kopf zu haben oder eine einzige warme Mahlzeit am Tag zu bekommen. Manch anerkannter Asylbewerber verfügt mit seiner Familie über deutlich mehr Geld, als ein vierköpfiger Luxemburger Haushalt, weil die Miete vom Staat bezahlt und Einrichtungsgegenstände gestellt wurden. Da fragt man sich schon, warum Flüchtlinge, denen offenbar eine bessere Versorgung zukommet, als manch Luxemburger, nicht mit der Hilfe zufrieden sind?

Flüchtlinge „extrem fordernd“


Viele Flüchtlinge seien „extrem fordernd“, klagen inzwischen viele Mitarbeiter von staatlichen, nicht-staatlichen und freiwilligen sozialen Organisationen und Einrichtungen. „Wenn ich ehrlich bin, dann ist die Zusammenarbeit mit vielen von denen, die ich treffe, eher unangenehm und leider nicht so, wie ich mir das vorher gedacht habe“, sagt eine Sozialmitarbeiterin anonym. Öffentlich dazu äußern könne man sich in Luxemburg nicht, ohne Gefahr zu laufen, angeklagt oder als Rassist verunglimpft zu werden.


Es ist kein Geheimnis, dass ins „Office national de l'accueil“ (ONA) Asylbewerber kommen, die schon längst in einem anderen europäischen Land als Asylant anerkannt sind und dort bereits Unterstützung bekommen. Natürlich wird der Versuch, in Luxemburg ein zweites Mal Hilfe abzukassieren abgewiesen. Und wird dieser Betrug aufgedeckt, wird es in der Regel laut. Da werden ONA-Beamte beschimpft oder mit Drohgebärden eingeschüchtert. Manche Asylanten weigern sich das Büro zu verlassen. Dass solche Asylanten dann von Sicherheitsbeamten vor die Tür gesetzt werden, ist selbstverständlich. Das jedoch wird Mitarbeiter des ONA von Luxemburgs „Gutmenschen“ als Rassismus und den Mitarbeitern des Sicherheitsdienstes als Brutalität ausgelegt.


Es gibt noch weitaus krassere Beispiele. „Manche verlangen, dass ich ihnen jetzt sofort eine Wohnung und ein schickes Auto und am besten auch gleich noch einen richtig guten Job beschaffe, weil ich das ja müsste, dafür sitze ich ja da, und sie seien ja nun mal hier angekommen“, berichtet die Sozialmitarbeiterin weiter. Wenn die Sozialberaterin die Wünsche der Flüchtlinge nicht erfülle, „dann werden sie oftmals laut oder auch mal richtig aggressiv“. Ganz abgesehen von der permanenten Unzuverlässigkeit und das indiskutable Verhalten gegenüber Frauen, sagt die Asyl-Helferin.


Im Gegenzug klagen Asylbewerber immer wieder über die „menschenunwürdige Zustände“ in Luxemburgs Asylunterkünften, die sie oft als „Gefängnis“ bezeichnen. Außerdem beklagen sich Flüchtlinge über „rassistische“ Ärzte und Polizisten sowie gewalttätige Mitarbeiter von Sicherheitsdiensten. Schimpfen über schlechte hygienische Zustände, schlechtes Essen und fehlende Privatsphäre. Unterstützung finden sie bei Asylhelfern, die sie in ihrer Meinung, dass es sich in Luxemburgs Notunterkünften „um inakzeptable Bedingungen“ handele, bestärken.

Viele Asylbewerber kommen schon mit einer Erwartungshaltung nach Luxemburg, weil sie in ihrer Heimat von Verwandten oder Bekannten per Mobiltelefon über die paradiesischen Zustände im Großherzogtum informiert werden. Das schürt natürlich Erwartungen. Sie haben das allgegenwärtige Gefühl, Anspruch auf Dinge, besondere Güter und Behandlungen zu haben, ohne auch nur eine Gegenleistung.


Selbst wenn Luxemburgs Asylunterkünfte durch die bisherige Migrationspolitik der uneingeschränkten Aufnahme durch Luxemburgs Ex-Außenminister Jean Asselborn seit Monaten hoffnungslos überlastet sind, dürfte dies immer noch kein Rechtfertigungsgrund für völlig überzogene Ansprüche sein. „Weil inzwischen immer mehr Menschen in Luxemburg ankommen, ist das kleine Land an die Grenze der eigenen Kapazitäten gekommen“, so Familienminister Max Hahn. „Aktuell ist die Priorität, die Menschen unter Dach zu kriegen.“ Deshalb würden keine Aufnahmestrukturen geschlossen, auch wenn sie schon veraltet oder renovierungsbedürftig seien. Doch genau das entspricht offenbar nicht den Erwartungen der nach Luxemburg kommenden Flüchtlinge.

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