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Roy Reding versucht Haftstrafe zu entgehen

Aktualisiert: 30. Juni 2023


Roy Reding versucht das Urteil in seinem Betrugsprozess umzubiegen. Der ADR-Kammerabgeordnete kassierte in erster Instanz eine Haftstrafe von einem Jahr mit Bewährung. Hinzu kam ein Bußgeld von 50.000 Euro. Im jetzigen Berufungsverfahren gab es eigentlich keine neuen Erkenntnisse. Doch nun bezichtigt der ehemalige Rechtsanwalt den Makler zu lügen, er hätte vom Baumangel gewusst. Redings Anwältin Lydie Lorang erklärte im Berufungsverfahren: „Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass der Immobilienagent gelogen hat.“


Damit stünde Aussage gegen Aussage und laut Lorang könne die Staatsanwaltschaft nicht beweisen, dass der Makler und die Hauskäuferin nicht über den Baumangel Bescheid wussten. Volksvertreter Reding und seine Anwältin setzen damit ganz klar auf die Karte: „Im Zweifel für den Angeklagten.“ Mit einem „Freispruch zweiter Klasse“ versucht Reding also seinen Kopf aus der Schlinge zu ziehen. Die Staatsanwaltschaft möchte hingegen die Bestätigung des Urteils aus erster Instanz. Das Urteil soll letztendlich am 20. Juni fallen.


In erster Instanz sah das Gericht es als erwiesen an, dass der Abgeordnete beim Verkauf seines Mehrfamilienhauses auf dem Kirchberg bewusst verschwiegen hat, dass im Keller des Hauses keine Wohnungen erlaubt sind. Bereits beim Ausbau des Souterrains hatte Reding Bekanntschaft mit dem Gericht gemacht. Der Volksvertreter hatte keine Baugenehmigung und verstieß gegen kommunale Vorschriften. Das Gericht verurteilte ihn schon damals zu einer Geldstrafe von 50.000 Euro und ordnete den Rückbau des Kellers an. Darüber hatte sich Roy Reding, selbst Jurist, einfach hinweggesetzt.


Ein Jahr Haft wegen Betrugs für einen Volksvertreter! Auch wenn es auf Bewährung war – was nichts anderes bedeutet: Beim nächsten „Delikt“ wandert Roy Reding ins Gefängnis. Das wirft die Frage auf: Kann ein solcher Mann überhaupt das Volk noch vertreten? Eine Frage, die sich offensichtlich auch der ADR-Vorstand nach der Verurteilung in erster Instanz stellte. Reding trat jedenfalls nach dem Urteil aus dem Gemeinderat der Stadt Luxemburg zurück. Offiziell hieß es: zu viele Verpflichtungen. Sein Mandat in der Abgeordnetenkammer hat der ADR-Politiker allerdings behalten.

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