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Luxemburg, Herz der Porno-Industrie und der Staat als Zuhälter

Aktualisiert: 30. Juni 2023

Sex und Pädo-Pornos aus dem Marienland


Luxemburg wird sein Schmuddel-Image nicht los. Will es offensichtlich auch nicht! Das Großherzogtum ist und bleibt das Herz der internationalen Porno-Industrie. Geld stinkt bekanntlich nicht! Wenn ordentlich Steuern gezahlt werden, schauen Politik und Justiz geflissentlich weg. Da interessiert es nicht, dass 80 Prozent der angebotenen Inhalte harten Sex mit Kindern zeigte und pädophile Inhalte verbreitet wurden. Dass Darstellerinnen vergewaltigt wurden. Dass illegal ins Netz gestellte Amateur-Pornos verwendet wurden, deren Darsteller oft junge Privatpersonen waren, die sich nach Veröffentlichung einer öffentlichen Hetzjagd aussetzen mussten. Es scheint auch egal, dass Briefkastenfirmen betrieben werden und Gelder über „Lizenz-Gebühren“ in Steuerparadiese verschoben werden. Anti-Geldwäsche Gesetz oder Régistre des Bénéficiares Effectifs (RBE) hin oder her. Luxemburgs Politik stellt auf Durchzug.


Luxemburgs Schmuddel-Ecke liegt am Boulevard Royal. Die dort vereinten Unternehmen lesen sich wie das Who-is-Who der Sex-Branche: Pornhub, YouPorn, RedTube, Brazzers, VideoBash, Mofos, Mydirtyhobby, Tube8, XTube, ExtremeTube, SpankWire, Babes.com, Men.com, Sean Cody oder Digital Playground. Alles unter dem Logo des Unternehmens „Mindgeek“, im Besitz eines kanadischen Investmentfonds. Dass hinter den heißen Fick-Streifen sich unzählige menschliche Katastrophen abspielen, interessiert in Luxemburg dabei keinen. Das miese Geschäft spült nämlich nicht nur Millionen in die Taschen der Betreiber – rund 435 Millionen Euro jährlich. Auch der Staat kassiert fröhlich mit ab.


Schmerz-Praktiken wie „Extrem-Dehnung“ oder „Faustfick“


Als sich am Boulevard Royal 2010 das Unternehmen „Manwin“ niederließ, hieß es verschämt, dass es sich um „ein Unternehmen der Erotik-Branche“ handelt. Auch wenn das Unternehmen heute am gleichen Standort „Mindgeek“ heißt, bleibt der Inhalt der Gleiche. Hier werden Frauen, Männer und sogar Kinder als Sexarbeiter schamlos ausgenutzt. Auch wenn Luxemburgs Porno-Industrie dem widerspricht, sich davon distanziert und versucht sich ein neues, sauberes Image zu geben.


In den Filmen wird Sex aus Leidenschaft vorgegaukelt, zwei oder mehr Partner, die sich ihrer Lust hingeben. Die Wahrheit ist anders! Die Französin Ovidie war Porno-Darstellerin. Sie weiß, wie solche Sex-Filme abgedreht werden. Sie weiß: Gerade die Frauen, die solche Filme drehen müssen, leiden zusehends unter den katastrophalen Bedingungen. Ihr Lebensunterhalt ist hartes Brot. Die Einkommen miserabel. Mitsprache-Rechte haben sie nicht.


Nicht einmal, wenn sie auf Kondome bestehen, um sich vor Krankheiten zu schützen. Keine Chance! Auch nicht, wenn es um Sex-Praktiken geht, die ihnen zu hart sind! Außerdem gibt es regelrechte Ketten-Dreharbeiten, zu denen die Darstellerinnen gezwungen werden! Harte, entwürdigende, teilweise lebensgefährliche Praktiken werden da abgedreht. Vor der Kamera wird gewürgt und beinahe erstickt. Schmerz-Praktiken wie „Extrem-Dehnung“, „Faustfick“ oder das Runterschlucken von Sperma, Urin oder Kot werden verlangt.


80 Prozent des Inhalts pädophil und Gambia schaut weg


Vor zwei Jahren kam heraus, dass 80 Prozent der Filme des größten Porno-Streamingdienst Youporn pädophil sind und teilweise harten Sex mit Kindern und Minderjährigen zeigte. Dass von Youporn illegal private Videos hochgeladen und verbreitet wurden, die das Leben von jungen Frauen und Männern zerstörten. Nur massiver Druck, wie die Aufkündigung der Geschäftsbeziehung von Visa und Mastercard brachte Luxemburgs Porno-Industrie dazu, Millionen pädophile, illegale oder ohne Einwilligung hochgeladene Videos zu löschen.


Es ist fast schon zynisch, dass sich ausgerechnet Jean Asselborn (LSAP) als Regierungsmitglied im Dezember 2020 extrem echauffierte und erklärte: „Ich will, dass kein Bezug mehr zu Luxemburg besteht.“ Sogar verlangte in dieser Sache zu ermitteln. Das war wie gesagt vor zwei Jahren. Geändert hat sich nichts.


Ermittlungen hat es in Luxemburg nie gegeben. Genauso wenig wie eine Klage gegen Pornhub. Gambia reagierte wie immer. Medienminister Xavier Bettel (DP), Wirtschaftsminister Franz Fayot (LSAP) und Justizministerin Sam Tanson (Déi Gréng) verurteilten zwar das Verbreiten von strafbaren Inhalten, wie etwa Kinderpornographie. Doch unternommen wurde nichts. Es bestehe in Luxemburg ja eine Infrastruktur, um illegale Inhalte zu melden. Fertig!


Justiz findet keine Handhabe


Auch Luxemburgs Justiz sieht keinen Handlungsbedarf bei strafbaren Inhalten. Das Internet sei zwar kein rechtsfreier Raum und dort gelten die Gesetze genauso wie im „realen Leben“. Doch „das setzt allerdings voraus, dass Täter ermittelt werden können und dass es möglich ist, ihnen illegale Tätigkeiten nachzuweisen.“ Da die Server, über die strafbare Inhalte verbreitet werden, in der Regel „irgendwo in der Welt versteckt sind“, gebe es keine Handhabe.


Eine sehr eigentümliche Luxemburger Rechtsaufassung. Die juristische Praxis, dass das Verbrechen in Luxemburg nicht stattfindet, weil irgendwo anders der Server steht, ist nicht nachzuvollziehen. Es ist schlicht absurd, wenn Luxemburger Unternehmen nicht belangt werden, weil ihre Server irgendwo auf der Welt versteckt sind. Während die Unternehmen und deren Verantwortliche nicht irgendwo versteckt, sondern tatsächlich greifbar sind.


Luxemburgs Porno-Industrie ist offensichtlich ein Heiliger Gral. Als PRIVAT über den in Luxemburg stehenden Server des Unternehmens „servbern“ berichtete, der widerlichste Kinderpornografie verbreitete, gab es in den Redaktionsräumen eine Hausdurchsuchung der Police Judiciaire. Mit der völlig verrückten Begründung der „Verbreitung pornografischer Inhalte“. Der Server blieb unbehelligt. Heute sind die Kinderpornos unter „seegasm“ immer noch zu finden.


Briefkasten-Firmen, die es doch gar nicht gibt


Auch Luxemburgs Steuerbehörden drücken sämtliche Augen zu. Keine Kläger, keine Untersuchungen! Die Mächtigen der Luxemburger Porno-Industrie betreiben munter unscheinbare Luxemburger Briefkastenfirma – die es laut Regierung bekanntlich nicht mehr gibt. Recherchen im Handelsregister laufen ins Leere, im Registre des Bénéficiares Effectifs (RBE) taucht ein leerer Eintrag auf. Im „Luxembourg Business Register“ sind Informationen gesperrt. Mit einem ausgeklügelten Lizenz-Verfahren verschwanden zwischen 2014 und 2018 insgesamt 9,4 Millionen Euro jährlich in weitere Luxemburger Beteiligungsgesellschaften. Anti-Geldwäsche-Gesetz von 2004 hin oder her.


Welche Dimensionen Luxemburgs Porno-Industrie hat, lässt sich an nur einem von den aufgeführten Unternehmen aufzeigen. Allein die YouPorn-Seite hatte 2019 insgesamt über 42 Milliarden Besucher. Das sind durchschnittlich etwa 115 Millionen Besucher pro Tag. An Inhalt fehlt es der Pornowebseite zumindest nicht. 6,83 Millionen neue Sex-Videos werden jedes Jahr auf der Seite hochgeladen – eine astronomische Zahl, die als Mengenangabe kaum vorstellbar ist. Gemessen an der Videodauer sind dies 1,68 Millionen Stunden. Würde man sich diese Pornos alle ansehen braucht man 169 Jahre, würde man sie auf eine handelsübliche Festplatte speichern wollen, ergäbe dies einen 100 Kilometer hohen Stapel – fast am Rand des Weltraums. Und dies nur bei einem Unternehmen!

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