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Keine Stimme für Frères!


Es ist kein Geheimnis, dass ich bis vor kurzem mit Daniel Frères gut befreundet war, dem Immobilienmakler aus Remich, der sich aber vor allem als selbsternannter, aber effizienter Tierschützer einen Namen im Ländchen gemacht hat. Ich kenne ihn also gut, sehr gut sogar… dachte ich. Sicherlich ein dynamischer Action-Man, der nicht lange überlegt, wenn Not am Tier ist, der konkret hilft und dem man ob seines Durchgreifens und seiner Wirksamkeit dann auch so manche Ungereimtheiten oder manchmal sehr spezielle Umgangsformen durchgehen lässt. Nur: Sein Kampf für das Wohl der Tiere hat den Menschen Frères komplett aus der Bahn geworfen. So weit, dass er -um eine Karikatur des mentalen Zustandes des Mannes zu bemühen- zuerst der Ameise mit dem gebrochenen Bein zur Hilfe eilen wird, auch wenn gleichzeitig neben ihr ein Mensch verblutet. Die Tiere haben dem Piraten-Politiker den Kopf so besetzt, dass kein Platz mehr für Menschen UND Menschlichkeit bleibt. Das ist gefährlich für ihn, das ist gefährlich für den Wähler, der sich ob seines tierischen Engagements verführen lässt.


Tiere sind zur Obsession für den Mann geworden, eine derart große Obsession, dass er den Mensch an zweite Stelle gesetzt hat, eine derart heftige und immer mehr von ihm Besitz ergreifende Obsession, dass seine hunderte von Posts und Mitteilungen einen gewissen Grad von Verrücktheit und Maßlosigkeit zum Ausdruck bringen. Frères‘ aktiver Tierschutz ist schon eine besondere und gute Sache, nur hat er von ihm Besitz ergriffen wie der Teufel vom verhexten Anhänger. Und jetzt, wo der Tierschutz auch noch seine Rampe zum angestrebten Mandat im Parlament werden soll, gab es den Kurzschluss. Alles wird dem Ziel untergeordnet, Abgeordneter zu werden. Alles nimmt unglaublich negative Dimensionen an und für Frères‘ Seelenheil und im Interesse des „Erkrankten“ hoffe ich, dass er es nicht schafft. Nicht, weil ich ihm politisch irgendwie böse wäre, sondern weil er nach seiner Wahlniederlage endlich Zeit hätte, zu sich zu kommen, sich zu besinnen, aus der Welt der Übertreibung und der Lügen herauszukommen und wieder Mensch zu werden.


Jean Nicolas

Yorumlar


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