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Der Betrüger aus der FLF


Da hat der Luxemburger Fußballverband FLF doch tatsächlich einen „Betrüger“ ins Präsidium geholt! 2019 gestand das heutige Präsidiumsmitglied Tun M. am Millionenbetrug bei der staatlichen Gesundheitskasse CNS beteiligt gewesen zu sein. Dennoch kandidierte er bei der FLF für das höchste Gremium. Was den FLF-Statuten widerspricht. Denn Personen mit Vorstrafen, die vor Gericht stehen oder gegen die ermittelt wird, sind zu Wahl nicht zugelassen. Auch wenn man den FLF-Delegierten zu Gute hält, nichts davon gewusst zu haben – doch spätestens im Mai 2022 war vielen Menschen bekannt, dass Tun M. in den Millionenbetrug verwickelt war. Unwahrscheinlich also, dass in der FLF kein Mensch Wind davon bekam! Dennoch wurde er im Oktober 2022 in den FLF-Vorstand gewählt!


Es macht einen fassungslos! Mit Tun M. hat sich ein „Betrüger“ ins FLF-Präsidium eingeschlichen. Er hat bei seiner Kandidatur einfach den Millionenbetrug bei der CNS, an dem er laut eigenem Geständnis beteiligt war, unterschlagen. Obwohl die Statuten eindeutig aussagen, dass Personen mit Vorstrafen, die vor Gericht stehen oder gegen die ermittelt wird, sich nicht zur Wahl stellen dürfen. Auch wenn es nicht alle FLF-Delegierten wussten – so manchem FLF-Mitglied dürfte seine Beteiligung am Betrugsskandal innerhalb der nationalen Gesundheitskasse nicht entgangen sein. Dennoch wurde er am 15. Oktober 2022 ins FLF-Präsidium gewählt. Dabei hätte es durchaus eine Alternative gegeben. Denn der ehemalige Schiedsrichter trat in einer Stichwahl gegen die DP-Politikerin Barbara Agostino an, die als ehemalige Spielerin in der FLF den FC Mamer 32 vertritt. Doch letztendlich kam Tun M. ins Präsidium.


Am 13. Juli dieses Jahres wurde dann das FLF-Präsidiumsmitglied von der 18. Kriminalkammer des Luxemburger Gerichts wegen Betrugs zu einer Haftstrafe von 18 Monaten, deren Vollstreckung ausgesetzt wurde, sowie zu einer Geldstrafe von 1.500 Euro verurteilt. Ein ausgesprochen mildes Urteil. Denn Tun M. hatte nämlich „kalte Füße“ bekommen, als bei der CNS der Schwindel aufflog. 2019 stellte er sich freiwillig den Behörden und packte aus.


Über zehn Jahre hatten CNS-Mitarbeiter, darunter auch Tun M., die nationale Gesundheitskasse CNS betrogen. Satte zwei Millionen Euro gingen den bei der CNS versicherten Luxemburgern an Beiträgen verloren. Getrickst wurde mit gefälschten Rechnungen, die Behandlungen vorgetäuscht haben. Nicht nur das! Diese Rechnungen wurden auch noch rückdatiert. Und das mit Plan – denn nach zwei Jahren konnten die Papierbelege vernichtet werden, um schnellstmöglich Spuren zu verwischen. Letztlich wurden nie eingereichte Rechnungen erstattet und die fälligen Beträge auf die Konten der angeblichen Patienten überweisen. Die Konten gehörten Komplizen.


Der Fall wäre nie aufgefallen, wenn in einem Kopierer ein offenbar mit Tipp-Ex bearbeitetes Dokument vergessen wurde. Die Haupttäterin Sandra T. kassierte dafür eine Geldstrafe von 100.000 Euro sowie sieben Jahren Haft – davon drei auf Bewährung. Ihr mitbeschuldigter Ehemann Rocco F., ihr enger Vertrauter Paulo R. und dessen früherer Lebenspartner Alcides E. erhielten eine Geldbuße in Höhe von 50.000 Euro und eine fünfjährige Freiheitsstrafe. Davon die Hälfte zur Bewährung.


Noch gilt für alle die Unschuldsvermutung, obwohl Tun M. gestanden hat. Denn mindestens ein in erster Instanz Verurteilter hat gegen das Urteil Einspruch eingelegt. Nun geht der CNS-Millionenbetrug vor das Berufungsgericht.

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